Im Banne des Coyoten

von Helma Marsall
Hardcover, 380 Seiten
ISBN-Nr.: 978-3-945295-37-3
3. Auflage 2015
Preis
Hardcover: 16,90 € (inkl. gestzl. MwSt)
e-Book: 4,22 € (inkl. gestzl. MwSt)

Der junge FBI Agent David Watkins wird beauftragt, den seltsamen Tod zweier Männer aufzuklären. In Verdacht gerät der Navajo Ayatéh. Auf der Suche nach der Wahrheit freunden sie sich an. Ayatéh geht jedoch seine eigenen Wege, die ihn in den Abgrund stürzen. Er braucht Davids Hilfe, aber der setzt das FBI Team auf ihn an. Er weiß nicht, dass Ayatéh, der im Bann böser Mächte steht, eine mystische Verbindung zu ihm hat und nur der Tod scheint die einzige Lösung zu sein.

Dieser Roman taucht ein in die Problematik der heute lebenden Indianer in den USA. Wenngleich die mystischen Erzählungen der Navajo hier zur Realität verschmelzen, sie geht nicht vorbei an den Schwierigkeiten dieser Menschen auf der Suche nach ihrer Identität. Die Autorin vermittelt dem Leser Einblicke in die Philosophie der Navajo. Gleichzeitig wird die Story untermauert mit dem (langsamen) Erwachen eines Volkes, das, bevormundet vom BIA, sich allmählich aufrichtet, um wieder auf eigenen Füßen zu stehen. Das Streben nach Souveränität lichtet den Schleier der Lethargie, durch das ein leises Aufflackern des alten Geistes wiedererweckt wird.

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Rezension "Amerindian Research" - Heft 03 / 2008
Der vorliegende Roman präsentiert zwar eine frei erfundene Handlung, zeigt aber trotzdem sehr deutlich den Alltag in einer Reservation der Diné (Navajo). Auch wenn der Leser einen Roman mit einer frei erfundenen Handlung vor sich liegen hat, so kann er sicher sein, dass er viel authentisches über die Kultur der Diné (Navajo) erfährt.

Eigentlich haben wir es hier mit einem Kriminalfall zu tun. Eine Fabrik auf dem Reservationsgelände erweist sich als Ursache für das vergiftete Wasser, nach dessen Genuss viele der Reservationsbewohner erkranken. Aber es gibt auch Menschen, die eine Konfrontation mit dem Werk und seinen Betreibern nicht scheuen. Schließlich kommt es sogar zum Mord an Angehörigen der Diné. Als dann jedoch die mutmaßlichen Mörder zuerst freigesprochen werden und dann auf mysteriöse Weise umkommen, wird ein FBI Agent in die Reservation geschickt. Dort freundet er sich bald mit dem Hauptverdächtigen an. Die beiden gehen eine enge Beziehung ein, die nicht nur von ihnen allein bestimmt wird. Dabei spielen dunkle Mächte eine Rolle und der Leser bekommt einen Einblick in die Mystik der Diné.

Trotz dieser mystischen Aspekte ist der vorliegende Roman keine esoterische Geschichte. Die Handlung gewinnt zunehmend an Spannung und so ganz nebenbei erfährt der Leser viele Einzelheiten zur Geschichte und zur Kultur der Diné (Navajo).

Rezension "Magazin für Amerikanistik" - 01 / 2008
Dieser Roman ist im amerikanischen Südwesten angesiedelt, eine Region, die hierzulande häufig etwas stiefmütterlich behandelt wird. Oberflächliche Reisende assoziieren sie in der Regel nur mit dem Grand Canyon und dem Monument Valley – zweifellos spektakuläre Naturwunder, die man gesehen haben muss. Aber entscheidend ist: Hier befindet sich das Land der Navajo, die größte Indianerreservation der USA mit einem Volk von 170.000 bis 200.000 Angehörigen. Die Geschichte der Navajo spiegelt die ganze Tragik der indianischen Unterwerfung wider, aber sie sind ein stolzes, ein zähes und ein traditionsbewusstes Volk. Wer das Land der Navajo besucht, der geht nicht unbeeindruckt.

Helma Marsall hat hier eine spannende Kriminalgeschichte angesiedelt. Ein junger FBI-Agent wird beauftrag, den seltsamen Tod von zwei Männern aufzuklären. In Verdacht gerät der Navajo Ayateh. Auf der Suche nach der Wahrheit kommt es zu einer freundschaftlichen Verbindung zwischen diesen beiden unterschiedlichen Männern. Dabei offenbaren sich tief greifende Mentalitätsunterschiede, die zu tragischen Missverständnissen führen. Ayateh steht im Bann böser Mächte, und nur der Tod scheint für ihn die Lösung aller Probleme zu sein.

Die Autorin lässt Mystik und Realität im indianischen Reservationsleben miteinander verschmelzen. Die Geschichte wird getragen vom Wissen um die Philosophie und Weltsicht eines Indianervolkes, das sich aus der Unterwerfung im 19. Jahrhundert wieder emporgekämpft hat. Eine einfühlsam erzählte, packende Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern eindringlich das Leben in einer uns sehr fernen Welt beschreibt, deren Alltag Probleme aufwirft, die uns in Europa fremd und unwirklich scheinen. Eine hervorragende erzählerische Leistung.

Dietmar Kuegler

Rezension "Media-Mania.de"
Der junge FBI-Agent David Watkins erhält einen scheinbar unkomplizierten Routineauftrag: Er soll den etwas ungewöhnlichen Tod zweier Männer aufklären. Als Watkins mit seinen Recherchen beginnt, erkennt er schnell, dass dieser Fall ganz und gar nicht alltäglich zu werden verspricht. Die Suche nach einem Verdächtigen führt ihn in das Reservat der Navajo-Indianer. Er verfolgt die Spur des jungen Schamanen Ayatéh. Dabei erkennt er rasch die besonderen Veranlagungen dieses jungen Mannes, der ganz offensichtlich eine Verbindung zur Geisterwelt und den mystischen Traumwelten der Indianer hat. Obwohl Watkins sich darüber im Klaren ist, dass er mit Ayatéh den einzigen Verdächtigen in diesem Mordfall vor sich hat, beginnt er, sich mit ihm anzufreunden. Seine eigentliche Aufgabe, diesen Mann der Gerichtsbarkeit zuzuführen, vergisst er darüber fast völlig. Watkins ist fasziniert von dieser Welt, in der Ayatéh zu Hause ist, und beginnt viele Dinge mit ganz anderen Augen zu sehen. Aber nicht nur Watkins muss mit einem Interessenkonflikt fertig werden: Auch der junge Navajo steht vor einer schwierigen Entscheidung. Sein Ziel ist es, den FBI-Agenten zu töten, aber sein Inneres widersetzt sich. Aus unerklärlichen Gründen hat er das Gefühl, auf eine seltsame Weise mit Watkins verbunden zu sein – und jedes Unglück, dass dem Gesetzeshüter widerfahren würde, könnte auch Ayatéh treffen. Als der FBI-Mann schließlich doch sein Team einsetzt, um den Navajo endgültig zu überführen, scheint die Katastrophe unabwendbar zu sein. Wird es ihnen gelingen, diesem tödlichen Sumpf zu entfliehen und die Hindernisse zu überwinden, die eine Welt voller Unverständnis und Ungläubigkeit ihnen in den Weg stellt?

Die spannungsgeladene Handlung dieses Buches überrascht immer wieder. Das ist ein Krimi, wie er packender nicht sein könnte – und nicht nur Liebhaber von Indianerliteratur werden davon gefesselt sein. Dieser Roman wirkt so real, dass man streckenweise glaubt, selbst Teil dieser Geschichte zu sein. Auf jeden Fall fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen, bevor man die Story zu Ende gelesen hat.

Helma Marsall legt mit „Im Banne des Coyoten“ ihren Debütroman vor. Sie erzählt von der Problematik der Indianer, die heute in den USA leben. Das im Jahr 1868 gegründete, heute weitgehend selbständige Reservat der Navajo ist flächenmäßig das größte Indianerreservat der USA. Es erstreckt sich vom Nordwesten Arizonas bis hinein nach New Mexico. Etwa 90% der Navajo-Indianer leben in diesem Reservat. Das Regierungsgebäude steht in Windows Rock und beherbergt 74 Volksvertreter. Sie versuchen, den manchmal schier unmöglichen Drahtseilakt zwischen moderner Lebensform und überlieferten Stammesriten auszugleichen. Nach vielen Problemen, die die Najavo insbesondere mit der BIA, dem Bureau of Indian Affairs, hatten, suchen sie immer weiter nach Wegen, ihre eigene Identität zu behaupten. „Im Banne des Coyoten“ ist ein sozialkritischer Krimi, der vor dieser Problematik nicht die Augen verschließt. In sehr bildhaften Worten beschreibt die Autorin die grandiose Natur des Reservates und gibt den beiden Protagonisten Charakterzüge, die eine regelrechte Identifikation mit ihnen möglich machen. Das Buch ist leicht zu lesen und lässt Bilder vor dem inneren Auge entstehen, denen man sich kaum entziehen kann. Ein absolut lesenswerter Kriminalroman, der wirklich Lust auf mehr macht.

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